Obwohl wir heute totales Regen-Mist-Wetter haben finde ich
es nicht mal sooo schlimm. Ich mein, ich sitz sowieso bei der Arbeit und könnte
das schöne Wetter nicht genießen. Also kann es von mir aus auch ruhig regnen.
Ich hoffe natürlich, dass alle die heute frei haben auch ein schönes Wetter genießen
können. Das gönne ich euch natürlich :)
Der gestrige Feiertag war sehr kontraproduktiv, denn wir
haben wirklich gar nix gemacht. Aber das muss ab und zu einfach auch mal wieder
sein, oder nicht? Jedenfalls war ich heute dafür umso produktiver und habe für euch
eine Buchrezension im Gepäck. Außerdem habe ich mir letzte Woche eine tolle
Halskette gekauft und gesehen, dass sie der Kette ähnelt, die auf dem Buchcover
abgebildet ist! Das war wirklich ein Zufall. Die Kette liebe ich jedenfalls
jetzt schon, weil sie ein schlichtes Outfit definitiv aufpeppt. Auch das Kleid,
das zu Shooting-Zwecken herhalten musste, habe ich mir ganz neu und auch sehr
günstig zugelegt. Ich habe es gesehen und mich sofort verliebt. Ich steh total
auf Spitze und liebe diese Creme-Farbe. Ich hoffe, dass ich es ganz bald mal
tragen kann :) So, genug geredet, schließlich folgt jetzt noch die Buchrezension.
Und außerdem, muss ich jetzt noch mal fleißig nach Rezepten für meine
Weckgläser schauen. Ein paar hab ich schon gefunden, aber irgendwie kann ich
mich noch nicht entscheiden. Ich hoffe ihr habt ein schönes Wochenende und
genießt den Muttertag mit euren Müttern oder lasst euch sogar selber schon
feiern!
Buchrezension Joy Fielding – Am seidenen Faden
Inhaltsangabe
Kate Sinclair, Mitte 40, Familientherapeutin und Mutter
zweier Töchter, könnte ein perfektes Leben in ihrem Traumhaus in Palm Beach führen.
Doch plötzlich nimmt in ihrem Leben alles eine Wendung. Ihre ältere Tochter
terrorisiert die Familie und verstößt gegen sämtliche Regeln, ihre Mutter
scheint plötzlich nicht mehr dieselbe zu sein und wirkt verwirrt, ihre
Schwester verliebt sich in einen Frauenmörder und plant die gemeinsame
Hochzeit. Es scheint, als wären sämtliche weibliche Familienmitglieder verrückt
geworden. Zudem kämpft Kate mit den Problemen der Wechseljahre und trifft auf
ihren früheren Schwarm Robert, der wie es scheint, immer noch verrückt nach ihr
ist. Wird Kate etwa ihre Ehe aufs Spiel setzen? Und kann sie ihre Schwester
davon abhalten einen vermeintlichen Massenmörder zu heiraten?
Was ich von dem Buch halte
Ja, schon wieder ein Roman von Joy Fielding. Aber das war
vorerst der Letzte, versprochen :) Wobei
ich eigentlich auch ein wenig traurig bin, denn inzwischen habe ich wirklich
Gefallen am Schreibstil der Autorin gefunden. Wenn sie mich auch mit diesem
Buch ein wenig enttäuscht hat.
Bisher war ich gewohnt, dass ich Joy Fieldings Romane
aufschlage und mich mitten in einer Welt aus Spannung, Thriller und
rätselhaften Geheimnissen befinde. Anders bei „Am seidenen Faden“. Hier schlägt
man das Buch auf und wird in die Depressionen einer Mitvierzigerin gerissen, die
sich über ihre Wechseljahre beschwert und auch noch ausführlich darüber
auslässt, über ihre Flaute im Ehebett, über die Erziehungsprobleme ihrer
Teenie-Töchter und ihrer alten und verwirrten Mutter. Das mögen zwar
alltägliche Probleme einer Frau und Mutter in den Vierzigern sein, trotzdem
bringt dies keinerlei Spannung auf oder würde mich als junge Frau in den Zwanzigern
interessieren. Leider ein eher enttäuschender Einstieg, der mich noch nicht so
wirklich vom Inhalt des Buches überzeugte.
Zum Glück wird es jedoch etwas spannender als wir die
einzelnen Charaktere nach und nach besser kennen lernen. In diesem Roman finden
wir wieder eher wenige Charaktere vor, so dass die Geschichte schön
übersichtlich bleibt und man nicht bei den einzelnen Personen durcheinander
kommt, wie es mir beim vorigen Roman von ihr (Nur der Tod kann dich retten) passierte.
Ein sehr interessanter Charakter ist ihre Schwester Jo Lynn,
die ihr eines Tages ganz nebenbei erklärt, dass sie einen Massenmörder, den sie
so eben zum ersten Mal in der Zeitung gesehen hat, heiraten wird. Nicht nur Kate
kann sich das nicht klären, sondern auch der Leser selbst stellt sich die
Frage, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann einen Mörder zu heiraten. Jo
Lynn selbst wird als sehr chaotisch und naiv dargestellt, ist schon zum dritten
Mal geschieden, sieht aus wie eine lebende Barbie und kleidet sich auch
dementsprechend. Zu ihrer Schwester Kate hat sie kein allzu gutes Verhältnis,
sind sie doch auch nur Halbschwestern.
Spannend wird es erst als Jo Lynn ihre Schwester überreden
kann, zu den Gerichtsverhandlungen mitzukommen und man mehr über den Mörder
Colin Friendly und dessen Anklagepunkte erfährt. Umso unverständlicher wird
allerdings, wie Jo Lynn solch einen Mensch immer noch heiraten möchte. Trotzdem
fand ich die Stimmung und die einzelnen Vorgehensweisen bei Gericht sehr gut
erklärt und fand diese Szenen deshalb auch mit am spannendsten.
Erst zur Mitte des Buches hin erhebt Colin Friendly zum
ersten Mal selbst das Wort und erhält ab sofort eine aktivere Rolle. Dies wird
auch deutlich als Jo Lynn und Kate ihn später im Todestrakt im staatlichen
Gefängnis besuchen und Friendly zum ersten Mal das Wort an Kate richtet. Auch
dieser Besuch im Gefängnis war ähnlich genau ausgeführt wie die
Gerichtsverhandlungen, was der Geschichte mehr Authentizität und Tiefe
verleiht. So hatte ich wirklich Gänsehaut als ich bei dieser Szene im Buch
ankam.
Allgemein war ihr Schreibstil wieder sehr klar und deutlich.
Die Geschichte konnte so flüssig durchgelesen werden. Einzig bei längeren
Dialogen verlor ich ab und zu den Faden und konnte nicht mehr ganz zuordnen,
wer nun gerade sprach.
Allerdings war Kate Sinclair zur Abwechslung mal ein
Hauptcharakter mit ganz normalen Fehlern und Problemen, was bei den weiblichen
Hauptcharakteren von Fielding ansonsten nicht gerade der Fall ist. Das ließ die
Geschichte um einiges realer erscheinen. Wie fast immer wurden die Männer in
Fieldings Geschichte in kein gutes Licht gerückt. Friendly, der Massenmörder,
ihre College-Liebe Robert, der Gigolo und ihr eigener Ehemann, der
Golf-spielende Langweiler. Joy Fielding scheint irgendeine Abneigung gegen
Männer zu hegen, was bisher in jedem Roman deutlich zu bemerken war, dem Roman
jedoch nicht wirklich schadet.
Zum Schluss hin gab es dann endlich noch ein wenig Action,
was meiner Meinung nach diesmal ein wenig ausführlicher erzählt wurde, als in
ihren sonstigen Romanen. Das Ende war jedoch mehr oder weniger vorauszuahnen
und nimmt nur noch eine kleine Wendung an, mit der man vielleicht nicht gerade
gerechnet hat.
Ansonsten würde ich über diesen Roman von Joy Fielding
sagen, dass er eher Frauen anspricht. Und zwar Frauen, die schon etwas älter
sind und Kate besser verstehen können.
Fazit
Leider nicht der beste Roman von Frau Fielding. Trotzdem, ich habe
ihn gern und mit Erwartung durchgelesen und es war nicht so, dass ich mich dazu
hätte zwingen müssen. Die Gerichtsverhandlungen rund um Colin Friendly sind
spannend dargestellt. Die privaten Probleme von Kate jedoch sind so gesehen
normale Alltagsprobleme einer Mutter und haben in einem Psychothriller nichts
verloren. Wie gesagt ist das Buch eher etwas für ältere Frauen, die sich damit
identifizieren können. Trotzdem kann ich das Buch auch jüngeren Frauen
empfehlen, die sich einen „soften“ Psychothriller mit Wechseljahrsproblemen als
Bettlektüre zulegen möchten.
Ich vergebe 6 von 10 Leseratten, für einen nicht ganz so gelungenen
Roman von Joy Fielding.